Das Wesentliche im Blick

Jürgen Krenzer lag genau richtig mit seinem Seminar gestern im Neuen Rathaus.
Jürgen Krenzer lag genau richtig mit seinem Seminar gestern im Neuen Rathaus.

Mein Kopf ist ein Schokobrunnen - zumindest wenn es um neue Ideen geht. Die neigen dazu, fröhlich loszusprudeln und mich vom Wesentlichen abzulenken. Da geht´s mir offenbar wie vielen und auch Jürgen Krenzer kennt dieses Problem der "Sonderangebote des Lebens", wie er uns gestern im Neuen Rathaus verriet. Inmitten der versammelten Leipziger Hotelerie- und Gastroszene kam ich mir als Frischling ein wenig komisch vor. Vor allem, da das Thema der ganztägigen Veranstaltung der IHK lautete: "Erfinden Sie Ihren Laden neu..."
Och, wieso eigentlich nicht, denn gemäß Krenzer ist das immer noch besser, als erst abzuwarten, bis die eigene Location schon im Koma liegt. Na dann...

Ausgestattet mit einer Portion skeptischer Neugier war ich zu diesem Seminartag angetreten. Skeptisch, weil das Programm vermuten ließ, dass die Powerpoint-Bedienung möglicherweise in übermotivierten, das-Leben-ist-schön-und-der-Reichtum-nah Händen hätte liegen können. Und ganz ehrlich: Mir geht nichts mehr gegen den Strich als dauergrinsende Animateure, die mich zur betriebswirtschaftlichen Polonaise nötigen wollen. Weit gefehlt - zum Glück! 


Gespickt mit vielen Geschichten aus seinem Familien- und Joballtag und sehr persönlich moderierte sich der gelernte Koch aus der Rhön durch den Tag. Er brachte den ein oder anderen Punkt aufs Tablett, über den ich in den nächsten Tagen noch brüten werde. Dachte mir, es schad nicht, die mit euch zu teilen, denn egal ob Gastro oder Einzelhandel, online oder offline, sie sind alle genereller Natur:


1. "Der Kopf ist rund, damit unsere Denke die Richtung ändern kann!" 
Wie wahr... nur machen viel zu wenig Menschen von dieser biologische Gegebenheit Gebrauch.


2. Spitz schlägt breit bzw. wer schreibt die Speisekarte?


Ein Punkt, mit dem ich mich auch grade beschäftige, denn natürlich möchte ich, dass mein Angebot an Speis und Trank bei meinen Gästen Gefallen findet. Aber deshalb kann ich trotzdem nicht wie ein Supermarkt alles anbieten, weil dann keiner mehr weiß, wofür das homeLE eigentlich konkret steht. Von daher: Alles aus einem Guss - egal ob Vollmilch oder Zartbitter - und alle anderen Ideen ab in die Tonne! Auch wenn´s schwer fällt: Fokus!


3. Wenn alle um dich rum deine Idee in der Luft zerreißen, könnte was dran sein bzw. wenn alle begeistert "mach das!" schreien, lass die Finger davon!


Kenn ich, dachte ich bloß, als er das sagte. Liegt aber eigentlich auch nur in der Natur des Menschen, denn neue Wege gehen, die auf den ersten Blick übersät sind von Schlaglöchern und noch dazu unbefestigt, sind nicht jedermanns Sache. Ich sag nur: Georg-Schumann-Straße, wobei die ja echt hübsch geteert ist ;-). Aber wer mich kennt, weiß, dass ich ganz in meinem Element bin, wenn es gegen den Strom geht. Da ist einfach  mehr Action als in stinkigen Stehgewässern ;-).


Übrigens: In einer der Kaffeepausen hab ich Jürgen Krenzer kurz gesprochen und ihm mein Kärtchen in die Hand gedrückt. Auch wenn ich am Ende die Speisekarte schreibe, würde mich seine Meinung doch sehr interessieren, denn noch bin ich mit dem geplanten Angebot noch nicht vollends zufrieden. 

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